Einteilung der Reiniger


Die Reiniger lassen sich in 2 Hauptgruppen einteilen:

  • Wasserbasierte Reiniger
  • Lösemittel-Reiniger

    Oft hört man den Satz: «Gleiches löst gleiches», um damit die Reinigungsaufgaben den Lösemittel- oder wässrigen Reiniger zuzuteilen. Diese Denkweise basiert darauf, dass Lösemittel sehr gut Öle und Fette auflösen wogegen wässrige Reiniger sehr gut salzartige Rückstände auflösen. Wir alle nutzen aber täglich Seifen, um unsere Hände oder das Essgeschirr von Ölen und Fetten zu reinigen. Womit schon gezeigt ist, dass wässrige Reinigung sehr gut einfache Öle abreinigen kann.

    Mit dem Einsatz von Laugen können sogar hartnäckige Fette und Öle in wasserlösliche Komponenten aufgespalten werden.

Hier die Reaktion der Natronlauge (NaOH) mit Fett


Andocken von Seifenmolekülen an einem Öl tropfen.


D.h. die Abreinigung von Ölen und Fetten erfolgt in der wässrigen Reinigung mit Seifen und Laugen.

Die Entwicklung der wässrigen Reiniger ist heute so weit fortgeschritten, dass in Kombination mit Ölabscheidern hohe Öl- und Fettanteile abgereinigt werden. Für die Sauberkeit ist schlussendlich die Spülung entscheidend und hier hat die wässrige Reinigung deutliche Vorteile.

In Verbindung mit den Sicherheits- und Umweltauflagen sowie dem hohen Energieverbrauch ist das wirtschaftlich sinnvolle Einsatzgebiete der Lösemittelreinigung immer kleiner geworden. Der Markt an wässrigen Reiniger und die Anzahl Anbieter ist deutlich grösser.

Die wässrigen Reiniger werden nach folgenden Kriterien unterschieden:

  • pH-Wert
  • emulgierendes oder demulgierendes Verhalten
  • Spritzfähigkeit

pH-Wert der Reiniger

Die Reiniger werden über den pH-Wert eingeteilt in

  • alkalisch   /   pH 10 – 13   /   um hartnäckige Fette, Öle, Proteine, Blut, Verbrennngsrückstände, teerartige Rückstände zu entfernen, oft nicht für Aluminium geeignet

  • neutrale   /   pH 6 – 8   /   um Tragrückstände (Schweiss, Fingerabdrücke), leichte Fette und Öle,         Bearbeitungsrückstände bei empfindlichen Materialien (z.B. Aluminium) zu entfernen

  • sauer   /   pH < 3   /   um Metalloxide wie Rost oder Kalke zu entfernen zur Passivierung vonrotfreien rsp. chromlegierten Stähl


Emulgierendes, demulgierendes Verhalten


Das Verhalten der wässrigen Reiniger bezüglich der Fette / Öle wird unterteilt in:


Demulgierende Reiniger, die das abgereinigte Öl an die Badoberfläche abgeben. Es entstehen wie bei einer Fleischsuppe Fettaugen oder bei der Rohmilch eine Rahmschicht auf der Beckenoberfläche. In Reinigungsanlagen (mehrere Reinigungsschritte in einer Anlage) kann dieses Verhalten gewünscht sein, da die aufschwimmenden Ölanteile abgeskimmt und aus dem Bad entfernt werden können. Bei Einzelgeräten ist dieses Verhalten eher nicht gewünscht, da man das gereinigte Produkt ungern durch eine Ölschicht aus dem Bad ziehen will.

Bei demulgierenden Reinigern kann das aufschwimmende Öl abgeschöpft und damit aus dem System entnommen werden.



Emulgierende Reiniger, die das abgereinigte Öl in Form einer Emulsion aufnehmen. Das Reinigungsbad kann somit Öl aufnehmen, ohne dass sich eine Ölschicht auf der Badoberfläche bildet. Dieses Verhalten ist bei Einzelgeräten gewünscht.

Bei emulgierenden Reinigern ist das Öl solange homogen in der Emulsion gebunden, bis die Öltragfähigkeit des Bades nicht erschöpft ist. Wenn das Bad gesättigt ist, muss es entsorgt und erneuert werden.


Das Verhalten der Reiniger wird durch beimischen von Tensiden auf emulgierend oder demulgierend eingestellt.

Dazu ein anschauliches Video zum Verständnis von demulgierenden Reiniger mit einem Ölabscheider:

Youtube Film


Spritzfähigkeit


Zuhause lieben wir ein Schaumbad. Kinder rühren mit Händen und Füssen das Wasser so stark um, dass der Schaum in der Badewanne überlaufen kann. Diesen Effekt wollen wir in der industriellen Reinigung vermeiden. Schaum reduziert die mechanische Wirkung der Spritzdüsen und reduziert die Kavitationswirkung des Ultraschalls deutlich.

Die Schaumbildung ist abhängig von der Badtemperatur und vom Spritzdruck bei Spritzreinigern. Generell gilt:

  • Je höher die Badtemperatur, umso geringer die Schaumblidung
  • Je geringer der Spritzdruck, umso geringer die Schaumblidung. 


D.h. bei einem Becken ohne mechanische Bewegung, ohne Spritzdruck ist kaum mit Schaum zu rechnen. Für industrielle Spülmaschinen muss bereits spritzfähiger Reiniger eingesetzt werden. Bei einer MAFAC-Spritzreinigungsmaschine mit Drücken von 2 bis 10 bar muss der Reiniger speziell auf diese Drücke ausgelegt sein.

Die Spritzfähigkeit wird wie das Öltrageverhalten mit Tensiden eingestellt.

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